Ähnlich wie Eigenfett wird „Macrolane“, ein Hyaluronsäure-Präparat, vermehrt für die Brustvergrößerung eingesetzt. Doch die vermeintlich schonende Alternative zur operativen Brustvergrößerung hat einige Nachteile. Aus diesem Grund raten wir unseren Patienten von einer Behandlung mit “Macrolane” ab und bieten sie auch nicht an.

Macrolane keine Alternative zu Silikon

Hauptgrund hierfür ist, dass bislang keine Langzeitdaten verfügbar sind, die „Macrolane“ eine gesundheitliche Unbedenklichkeit attestieren. Ob beispielsweise die Verwendung von „Macrolane“ ein erhöhtes Brustkrebsrisiko mit sich bringt, ist nicht bekannt. Allerdings scheint es, als sei Skepsis angebracht: Selbst Per Heden – Autor der Studie, die Hersteller Q-Med in Auftrag gegeben hat – rät Patientinnen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko von Unterspritzungen mit “Macrolane” ab. Auch hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA “Macrolane” bisher nicht zugelassen.

Ein weiterer Grund, die klassische operative Brustvergrößerung einer Hyaluronsäure-Behandlung vorzuziehen, ist die längere Haltbarkeit des Resultats: Während Silikonimplantate in vielen Fällen sogar mehrere Jahrzehnte für einen schönen Busen sorgen, müssen „Macrolane“-Injektionen durchschnittlich alle neun Monate, spätestens jedoch nach zwei Jahren wiederholt werden. Je nach zugrundeliegender Studie absorbiert der Körper pro Jahr bis zu 60 Prozent des Füllmaterials!

Schließlich sind die Einsatzmöglichkeiten von “Macrolane” sehr beschränkt: Nur minimale Veränderungen des Brustvolumens lassen sich damit erreichen. Und auch die Form der Brüste nach einer Injektion entspricht im Vergleich zu Implantaten weniger dem natürlichen Vorbild. Hingegen kommt es infolge einer “Macrolane”-Behandlung vermehrt zur Bildung von Knötchen, bei fünf Prozent der Patientinnen sogar zu einer Kapselfibrose (Verhärtung des Brustgewebes).

Auch die Gesellschaft für Ästhetische Medizin (GÄCD) spricht sich gegen die Brustvergrößerung mit Macrolane aus. Erst vor kurzem gab die Herstellerfirma bekannt, dass dem Präparat vorübergehend die Zulassung entzogen wird. Begründet wurde dieser Schritt mit der erhöhten Schwierigkeit von Radiologen, Mammographien korrekt zu beurteilen.

Grund ist die offenbar eingeschränkte Beurteilung der Radiologen, die verständlicherweise Schwierigkeiten haben mit der Beurteilung von Mammographien bei Patientinnen, die sich wegen einer Brustvergrößerung mit Hyaluronsäure behandeln ließen. Auf dem Röntgenbild ist das Gel von einer Brustzyste häufig nicht zu unterscheiden.